Interkulturelles/-religiöses Dialogforum München-Nord - Freitag, 20. Oktober 2017
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Ziele

Das Forum für interkulturellen/interreligiösen Dialog soll ganz besonders ein Ort der Begegnung sein von Menschen aus verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen und mit verschiedenen Positionen  darin. Wir wollen uns um Anerkennung des Anderen, um eine Begegnung der Herzen und nicht nur des Verstandes bemühen, einander mit Wohlwollen und Interesse begegnen und einander zuhören.

Dabei führt uns die Überzeugung, dass wir im Spiegel des Anderen die eigene Identität breiter und tiefer erfahren und die Verbindungslinien zum Anderen entdecken können. Es hat nichts mit naiven Vorstellungen von einem kulturell-/religiösen Einheitsbrei und nichts mit gegenseitiger Beeinflussung zu tun.

Die religiöse Begegnung im Forum wird sich nicht auf reine Informationen zum sozialen Ausdruck der Religionen beschränken: auf so genannte Wahrheiten oder Lebenslehren, Verhaltensregeln, religiöse Übungen, Gebote/Verbote, religiöse Gemeinschaftsformen. Die Begegnung hat einen Weg zu einer Ebene unterhalb der rein sozialen Ausdrucksformen  im Auge. Dabei wird die persönliche Suche nach Verbindung mit dem Tranzendenten, dem Lebensgrund einerseits, und die Suche nach Harmonie mit dem Leben allgemein und dem menschlichen Miteinander andererseits im Vordergrund stehen.

Ziel des Dialogforums ist es, dazu beizutragen, Spannungen, Abwertungen, Ängste und Feindseligkeiten zwischen uns Menschen auf dem Wege aktiver Friedensbemühungen zu bewältigen. Ausgehend von der gemeinsamen menschlichen Basis unseres Daseins suchen wir die interkulturelle/-religiöse Verständigung auf dem Wege des gegenseitigen Kennen-Lernens, in Gesprächen und Vorträgen, im Austausch von Informationsmaterialien, gemeinsamen sozialen Aktionen und Feiern sowie in der Vernetzung und Zusammenarbeit von Initiativen mit vergleichbaren Zielen zum interkulturellen/-religiösen Dialog. Im gemeinsamen Lernen möchten wir Schwierigkeiten im Verständnis und Umgang miteinander aussprechen und aushalten können; dies schließt die Suche nach einer eigenen angstfreien Identität ein, die es ermöglicht, Mitmenschen anderer kultureller und religiöser Orientierung nicht als Bedrohung zu erfahren, sie nicht auszuschließen oder zu vereinnahmen sondern sie anzuerkennen.

Das Dialogvorhaben versteht sich primär als ein Ort der Begegnung; eine „Dialogbewegung von unten“ (verändert sich bei veränderten Aufgaben, kann sich etablieren oder auch erübrigen). .Das Dialogforum will in der Begegnung (mehr als Wissenserwerb) im Spiegel des Anderen die menschlichen Gemeinsamkeiten hinter den unterschiedlichen kulturellen und religiösen Traditionen und gelebten Identitäten entdecken. Es geht um Begegnungen im Hier und Jetzt, im Rahmen der realen Lebensbedingungen und Kommunikationsstrukturen vor Ort Miteinander praktisch zu vollziehen, nicht nur im Wissenserwerb zu verstehen; damit auch mitzuwirken, um konkrete  Hindernisse für das Miteinander zu erkennen und zu bewältigen. Das Dialogforum will Institutionen, Gruppen, Einzelpersonen auf der lokalen Ebene auf dem Weg zum praktischen Miteinander unterstützen – dies aus der Überzeugung heraus, dass wir im Spiegel des Anderen die eigene, kulturell und religiös je unterschiedliche Identität (Prägung und Selbstverständnis) tiefer entdecken und damit für die Herausforderungen einer globalisierenden Gesellschaft öffnen.